Celle (Niedersachsen) – Rote Grabkerzen stehen vor dem Haus, vor dem Michelle (25) zuletzt lebend gesehen wurde. Die Trauer um die junge Frau ist riesig: Rund elf Kilometer von ihrer Wohnung entfernt wurde laut Polizei mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ ihre Leiche entdeckt. Wassersportler fanden den leblosen Körper am Samstagmorgen am Ufer, alarmierten sofort die Polizei. Die Leiche wird derzeit in der Rechtsmedizin obduziert. Die Ermittler erhoffen sich wichtige Antworten in dem Fall.
Michelles Leiche trieb wohl den Fluss hinab: Die junge Frau rannte am 11. März mit einer blutenden Halswunde aus ihrer Wohnung in Celle (Niedersachsen) – und war dann verschwunden. Übrig blieb ein Bild des Grauens: eine 193 Meter lange Blutspur, die bis zur nächsten Straßenecke führte. Als die Polizei mit Hunden nach Michelle suchte, nahmen die Mantrailer ihre Fährte auf. Am Ufer der Aller in Celle endete sie.
Einen Monat später und mehrere Kilometer weiter entdeckten nun Zeugen eine bekleidete Leiche flussabwärts. Wahrscheinlich ist, dass der Körper im Wasser dorthin getrieben wurde.
Wo ist Michelles Handy? BILD erfuhr: Bei der Toten wurden Hinweise auf Michelles Identität gefunden. Weiterhin vermisst wird das Handy der jungen Frau, das am 9. März – also zwei Tage vor ihrem Verschwinden – bereits abgestellt war.
Die Polizei ermittelt auf Hochtouren. Als tatverdächtig gilt nach wie vor der Partner (46) von Michelles Schwester – er hatte selbst am 11. März gegen 3.30 Uhr die Polizei verständigt und behauptet, dass Michelle mit einer blutenden Halswunde aus ihrer Mietwohnung gerannt sei. Der 46-Jährige ist der Letzte, der sie lebend gesehen hat. Unklar ist, ob er auch für ihre Verletzungen verantwortlich war.
Kripo findet Küchenmesser mit Blut: In der Wohnung der 25-Jährigen sicherte die Kripo ein blutverschmiertes Küchenmesser. „Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen“, sagt Polizeisprecherin Ulrike Trumtrar. Es werde sowohl hinsichtlich eines Tötungsdelikts als auch eines Suizids ermittelt. Aufschluss über die Todesursache soll die Obduktion in der Rechtsmedizin ergeben.