„Tatort“-Schauspieler Walter Schultheiß ist tot

Stuttgart –Der schwäbische Volksschauspieler Walter Schultheiß ist tot. Er starb am 22. Dezember im Alter von 101 Jahren, berichtete der Südwestrundfunk unter Berufung auf seine Familie. Im ARD-„Tatort“ aus Stuttgart mit Bienzle war Walter Schultheiß in der Nebenrolle schwäbischen Vermieters Rominger zu sehen, der in jeder Folge im Treppenhaus stand.„Wir trauern um einen großartigen Schauspieler, Künstler und ein Urgestein des Mundart Schauspiels“, erklärt SWR-Intendant Kai Gniffke. Mit seiner Rolle im Im Bienzle-„Tatort“ habe Schultheiß „den Idealtyp des sympathisch-bruddeligen Schwaben weit über den Südwesten hinaus bekannt und beliebt gemacht“.Am 25. Mai 2025 hatte Schultheiß seinen 101. Geburtstag gefeiert. Auf die Frage nach seinem langen Leben antwortete er stets trocken und typisch schwäbisch: „Da muss man lange dran arbeiten.“

Alslegendärer Straßenkehrer „Karle“ wurde er über 20 Jahre lang mit seinem schwäbischem Dialekt zur Kultfigur

Publikumsliebling wider WillenEigentlich zog es ihn früh zu ernsten Rollen. Doch der große Durchbruch kam anders: 1963 wurde Schultheiß durch seine legendären Straßenkehrer-Sketche beim damaligen Süddeutschen Rundfunk zum Kult-Straßenfeger. Als Teil des Kult-Duos „Karle und Gottlob“ unterhielt er gemeinsam mit Werner Veidt 20 Jahre lang jeden Samstag die Radiohörer. Entscheidend für den Erfolg: sein unverwechselbarer schwäbischer Dialekt.Vom Radio zur TV-LegendeDer Erfolg im Radio öffnete die Türen zum Film und Fernsehen. Millionen kannten ihn aus der ARD-Familienserie „Oh Gott, Herr Pfarrer“, aus der Comedy „Der König von Bärenbach“, als Kirchengemeinderat in „Pfarrerin Lenau“ oder als Weingutbesitzer „Der Eugen“.Im Tatort aus Stuttgart spielte er von 2000 bis 2007 den kleinkarierten Vermieter Rominger – eine Nebenrolle mit Wiedererkennungswert.Bühne, Texte, GedichteAuch als Theaterschauspieler begeisterte Schultheiß. Bis ins hohe Alter stand er in der Komödie im Marquardt in Stuttgart auf der Bühne. Nebenbei schrieb er humorige Texte und Gedichte – fein beobachtet, nie laut, immer treffsicher.

Walter Schultheiß heiratete die Schauspielerin Trudel Wulle am 25. Mai 1950 und zwar an seinem 26. Geburtstag, damit er den Hochzeitstag nie vergisst

Ein Leben für die LiebePrivat war er ebenso bodenständig wie auf der Bühne. Am 25. Mai 1950, an seinem 26. Geburtstag, heiratete er die Stuttgarter Schauspielerin Trudel Wulle. Die beiden waren 71 Jahre verheiratet, bis sie 2021 starb. Ihr 75. Hochzeitstag wäre zugleich sein 101. Geburtstag gewesen. 1955 kam der gemeinsame Sohn zur Welt, 2018 machten ihn die beiden zum Großvater.Nach dem Tod seiner Frau zog sich Walter Schultheiß zurück. Jetzt ist die Legende des schwäbischen Humors für immer eingeschlafen.

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