An Tag 4 der Rettungsreise:Timmy pustete noch einmal „Tschüss“
Gab der Kapitän zu früh das Kommando zur Freilassung?
Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) – Tag 4 auf dem Weg in die Freiheit: Am Samstag ist der Schlepper „Fortuna B“ mit Wal Timmy weiter auf Fahrt Richtung Atlantik. Um 9 Uhr schwamm Timmy endlich in die Freiheit.
Am Freitag war der Timmy-Transport ins Stocken geraten. Mit einer Windstärke von bis zu 6 türmten sich im Übergang zwischen Nord- und Ostsee bis zu 1,5 Meter hohe Wellen auf, so das Seewetteramt des Deutschen Wetterdienstes zu BILD – zu hoch für die Barge, in der der Wal schwimmt. Daher hatte das Schleppschiff erst mal abgedreht, fuhr langsam Richtung Süden. Am Abend dann die Aufregung: Gegen 19.20 Uhr bewegte sich der Buckelwal zielstrebig in Richtung Ausgang der Barge. Er blieb aber noch bis Samstagvormittag, ehe er gegen 9 Uhr ins offene Meer hinausschwamm. Ob das der richtige Ort für die Freilassung war, oder ein Schlepper-Kapitän zu früh das Kommando zur Freilassung gab, ist noch unklar.
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Kapitän soll Freilassung angeordnet haben
Laut ersten BILD-Informationen soll der Schlepper-Kapitän den Befehl zur Freilassung gegeben haben. Der Wal soll aber nicht an der ursprünglich von der Rettungsinitiative geplanten Stelle ins offene Meer entlassen worden sein.
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WDC: Echte Rettung erst, wenn Timmy zunimmt
Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) warnt. „Von einer Rettung kann man erst sprechen, wenn sich der Wal zurück im Nordatlantik befindet und dort langfristig überlebt“, heißt es.
Dazu gehöre auch, dass sich seine Haut vollständig erholt, er wieder selbstständig Nahrung findet, an Gewicht zunimmt und seinem natürlichen Verhalten nachgeht.
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Hier wurde Timmy freigelassen
Rund 70 Kilometer nördlich von Skagen (Dänemark) wurde der Wal freigelassen. Danach drehte der Schlepper bei und fuhr weiter Richtung Süden.
Der Schlepper „Fortuna B“ auf VesselFinder Foto: Vesselfinder.com -
Backhaus: „Man ist ein anderer Mensch“
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus zeigt sich nach der Freilassung von Wal Timmy bewegt. „Wenn man einem Wal einmal in die Augen geschaut hat, ist man ein anderer Mensch“, sagte er im Gespräch mit WELT. Zugleich dankte er allen Beteiligten für den erfolgreichen Einsatz.
An seinem Vorhaben, ein Mahnmal für den Wal zu errichten, hält Backhaus fest – trotz Kritik aus der Initiative. Zugleich erklärte er, seit vergangenem Montag keinen Kontakt mehr zu den Verantwortlichen zu haben.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus Foto: Stephanie Walter -
Hier sagt Timmy „Tschüss“
Kurz nach der Freilassung ist Wal Timmy im offenen Meer zu sehen. Er schwimmt an der Oberfläche und stößt Fontänen aus.
Timmys erste Runde in Freiheit:Drohnenbilder zeigen Fontäne
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Timmy schwimmt in die richtige Richtung
Gute Nachrichten nach der Freilassung: Wal Timmy schwimmt in der Nordsee eigenständig weiter – und offenbar auch in die richtige Richtung. Initiatorin Karin Walter-Mommert von der Rettungsinitiative bestätigte das der Nachrichtenagentur AFP.
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Wal-Experte freut sich über Freilassung
In einem Facebook-Post meldet sich Wal-Experte Sergio Bambaren wieder zu Wort. „Endlich ist er frei“, schreibt er. Timmy schwimme im offenen Meer, auf der Suche nach seiner Familie, sehe gut aus und werde von vielen Möwen begleitet.
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Peilsender am Wal ist aktiv
Timmy hat einen Peilsender bekommen. Die Initiatoren der Rettungsaktion können den Buckelwal damit verfolgen.
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Jubel nach Freilassung
„Guys, I don’t normally do these stupid face-video things, but he’s out – he is out! He is breathing, he is out. Go Timmy!“ – mit diesen Worten jubelt Tierärztin Dr. Jenna Wallace in einem Video nach der Freilassung des Buckelwals.
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Schlepper scheint Kurs zu ändern
Der Schlepper „Fortuna B“ soll vor wenigen Minuten seinen Kurs geändert haben und steuert nun nach Backbord. Auch die Geschwindigkeit hat zugenommen: Laut „Vesselfinder“ ist der Schleppverband aktuell mit rund 4 Knoten unterwegs. Wie genau der Wal freigekommen ist, ist weiterhin unbekannt.