Chemnitz (Sachsen) – Als Allahmir R. (39) am Vormittag des 24. September 2025 in Unterwäsche festgenommen wurde, wusste zunächst niemand, wie er das Blutbad in der Wohnung seiner Familie in Chemnitz angerichtet hatte. Klar war nur, dass seine Frau Masouma (39) entsetzliche Wunden hatte, an denen sie wenig später starb.
Jetzt, zum Prozessbeginn am Chemnitzer Landgericht, wird in der Anklage deutlich, womit der Afghane seinen vier Kindern an jenem unheilvollen Tag die Mutter genommen haben soll: „Er schlug mit einem 927,68 Gramm schweren Fleischerbeil zu“, sagt Staatsanwalt Carsten Schönfeld. Die Frau sei infolge massiver stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf gestorben. Zunächst wird wegen Totschlags verhandelt. Der Vorsitzende Richter Janko Ehrlich stellt jedoch klar, dass auch eine Verurteilung wegen Mordes aus niederen Beweggründen denkbar wäre.
39-Jährige flüchtete ins Frauenhaus: Während der Staatsanwalt den schockierenden Tatvorwurf verliest, übersetzt ein Dolmetscher für Allahmir R. Bei der Passage mit dem Fleischerbeil nickt der Bauhelfer. Die getötete Mutter von vier Kindern soll stark unter ihrem chronisch eifersüchtigen Mann gelitten haben. Nachbarn berichteten immer wieder über Streit und Lärm. Zwischenzeitlich flüchtete Masouma R. sogar ins Frauenhaus.
Brutaler Angriff im Keller laut Gericht: Schon 2023 hatte es einen Übergriff gegeben, der vor Gericht landete: Damals hatte Allahmir R. seine Frau – so sagte es später die Anklage – in den Keller gelockt, dort gewürgt und mit einem Messer bedroht. Damals soll der Afghane die PIN-Nummer von Masoumas Handy gewollt haben, um in den Nachrichten nach „verdächtigen“ Bildern zu suchen. Im Prozess gab es jedoch keine Verurteilung, weil die Ehefrau von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte.