Leipzig –Giftgas-Alarm auf einem der größten deutschen Trödelmärkte! Auf dem Agra-Gelände in Leipzig hat ein polnischer Rechtsextremist eine Dose „Zyklon B“ angeboten. Mit dem Gas haben die Nazis mehr als eine Million Juden ermordet, die meisten in den Gaskammern des KZ Auschwitz. Die Dose war nicht das einzige Nazi-Relikt, das der Händler anbot.So hat ein Mitarbeiter des Marktes am Militaria-Stand des Polen (39) und seines italienischen Komplizen (62) nicht nurNeonazi-Schund, Uniformen und verbotene Fahnen aus dem Dritten Reich und NS-Propaganda vorgefunden, sondern auch Waffen.DiePolizeiwurde gerufen. „Die Kollegen stellten fest, dass die Händler keinen Nachweis hinsichtlich der Unbrauchbarmachung gemäß Kriegswaffenkontrollgesetz vorzeigen konnten“, soLeipzigsPolizeisprecher Moritz Peters am Donnerstag. „Weiterhin bot der 62-Jährige vier Langwaffen an, wofür er gemäß der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung keine notwendige waffenrechtliche Fachkenntnis vorweisen konnte.“
Giftgas-Dose lag zwischen Stahlhelmen und UniformenZwischen Stahlhelmen und Uniformen entdeckten die Beamten dann auch die Dose mit der Aufschrift „Zyklon B“, so wie sie die Nazis für ihrenmillionenfachen Massenmord in den Vernichtungslagernproduzierten. Da zunächst nicht klar war, wie gefährlich das Fundstück noch sein könnte, holte die Polizei ein ABC-Team der Leipziger Feuerwehr dazu. Zum Glück stellte sich schnell heraus, dass die Dose leer war.
\Polizei ermittelt gegen NeonaziDer Händler, der polnische Neonazi und Kampfsportler Bartosz B., ist seine Schundware nun los. Die Polizei beschlagnahmte sein widerliches Sortiment. „Er hat jetzt mindestens ein halbes Jahr Marktverbot“, sagt Markt-Sprecherin Jana Kaluscha. Zudem ermittelt die Kriminalpolizei gegen ihn und den Italiener wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.