Eine Nachbarin war dem Opfer in der Espenstraße noch zur Hilfe geeilt. Sie versuchte verzweifelt, ihn zu reanimieren. Kurz darauf übernahmen die herbeigerasteten Sanitäter die Versorgung. Doch alle Bemühungen blieben erfolglos: Um 20.34 Uhr wurden die Wiederbelebungsmaßnahmen im Rettungswagen eingestellt. „Der alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen“, sagt Polizeisprecher Joshua Pollmeier. Bei der Obduktion am Sonntag stellten Rechtsmediziner mehr als zehn Schusswunden fest. Die Kugeln trafen das Opfer unter anderem in Herz und Kopf.
Hintergründe des Verbrechens sind unklar: „Derzeit sind die Hintergründe des Verbrechens noch weitgehend unklar“, sagte Staatsanwältin Maribel Andersson. Am Tatort nahmen Polizisten zunächst einen 24-Jährigen fest – aus dem familiären Umfeld der 51-jährigen Ehefrau des Getöteten. Doch die Ermittlungen ergaben keinen hinreichenden Tatverdacht. Der Mann soll daher voraussichtlich am Sonntag aus dem Gewahrsam entlassen werden. Auch Spekulationen über eine mögliche Eifersuchtstat ließen sich bislang nicht erhärten.
Von Freunden und Bekannten kann sich niemand vorstellen, wer Jimmy N. getötet hat. Eine Nachbarin: „Das ist einfach unfassbar. Jimmy hatte immer ein Lächeln auf den Lippen, wir haben ihn hier alle gemocht.“ In der Straße, in der das Opfer seit ein paar Jahren mit seiner Frau wohnt, stellten Nachbarn Kerzen auf. Auch seine Angestellten im Pflegedienst sind schockiert. „Er war ein toller Chef. Er hatte einfach alles, was man einem netten Menschen zuschreibt“, sagte eine Altenpflegerin, nachdem die Mitarbeiter von der Tat erfahren hatten.
Täter war dunkel bekleidet, Polizei sucht Zeugen: Die Kommissare des Dortmunder „KK11“ hoffen jetzt, dass die Auswertung von Beweismitteln und Spuren zum heimtückischen Mörder führt. Außerdem setzen sie auf Hinweise aus der Bevölkerung. Pollmeier: „Zeugenaussagen zufolge sind die Schüsse durch einen bislang unbekannten, dunkel gekleideten Mann abgegeben worden. Die Polizei sucht weitere Zeugen, die das Tatgeschehen beobachtet haben und Angaben zu einem möglichen Tatverdächtigen machen können.“