Gegen 4 Uhr am frühen Freitagmorgen ging bei der Leitstelle Schweinfurt (Bayern) der Notruf ein. Minuten später rückten zahlreiche Einsatzkräfte an. Bei ihrem Eintreffen stand die Scheune auf dem historischen Schlossgelände bereits in Vollbrand. Das Gebäude gehört zu den Nebengebäuden des Schlosses Eyrichshof und war an einen Reifenhändler vermietet. Im Inneren lagerten mehrere Tausend Reifen, auf dem Dach war eine Photovoltaikanlage installiert.Feuerwehrmann bei Brand auf Schlossgelände verletzt: Die Flammen fraßen sich rasend schnell durch das Gebäude. Rund 180 Einsatzkräfte der Feuerwehr kämpften stundenlang gegen das Feuer. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt, er erlitt eine Rauchgasvergiftung. Auch das historische Schlossgebäude selbst stand im Fokus der Einsatzkräfte, ein Übergreifen der Flammen konnte jedoch verhindert werden.

Besonders gefährlich war die Rauchentwicklung. Gegen 8 Uhr wurden Anwohner per Warn-App vor einer giftigen Rauchwolke gewarnt, die sich über die Orte Eyrichshof, Fischbach und Ebern ausbreitete. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten.

Mindestens 500.000 Euro Sachschaden: Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der enormen Brandlast der Reifen schwierig, immer wieder flammten Glutnester auf. Bis in den Vormittag hinein kämpften Feuerwehrleute gegen die Flammen. Die Scheune brannte vollständig nieder. Nach Polizeiangaben lagerten im Inneren rund 10.000 Reifen, die zerstört wurden. Der Schaden wird laut Polizei auf etwa 500.000 Euro geschätzt. Der Schlossherr sprach gegenüber Einsatzkräften sogar von einer Schadenssumme in Höhe von rund einer Million Euro.

Polizei nimmt Deutschen (26) fest: Noch während der Nachlöscharbeiten übernahm die Kriminalpolizei Schweinfurt die Ermittlungen zur Brandursache. Kurze Zeit später wurde ein deutscher Mann (26) festgenommen. Er steht im Verdacht, den Brand gelegt zu haben, und soll noch am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden.