Praia (Kap Verde)/Düsseldorf – Drei Menschen starben auf dem Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Hondius“, darunter auch ein Deutscher. Wie die WHO berichtete, wurden im Laufe des Mittwochs drei Passagiere, bei denen der Verdacht auf eine Infektion besteht, in die Niederlande verlegt. Einer von ihnen soll die Kontaktperson des deutschen Todesopfers und zwei Crewmitglieder sein. Sie werden mit einem Spezialflugzeug in Amsterdam landen. Danach soll die Kontaktperson nach Düsseldorf gebracht werden.
Bei dem Passagier aus dem Umfeld des Verstorbenen handelt es sich ebenfalls um eine deutsche Person, nach BILD-Informationen eine Frau. Gegen 10 Uhr machte sich ein Hochinfektionstransport der Feuerwehr Düsseldorf auf den Weg zum Flughafen Amsterdam, um die Frau nach der Landung aufzunehmen und nach Deutschland zu transportieren. Der Flieger soll am Nachmittag wieder in Düsseldorf landen.
Deutsche wird in Uni-Klinik auf Hantavirus getestet: Ob die Frau ebenfalls infiziert ist, ist unklar. Bislang habe sie keine Symptome gezeigt. Sie hatte aber Kontakt zu der verstorbenen Person aus Deutschland. Die Deutsche soll zur Uni-Klinik Düsseldorf transportiert und dann dort untersucht und getestet werden. Die Ankunft des Hochinfektionstransports mit der „Hondius“-Passagierin wird nicht vor dem frühen Abend in der NRW-Landeshauptstadt erwartet. Der Konvoi ist laut BILD-Informationen mit sieben Fahrzeugen unterwegs, um jederzeit auf einen Zwischenfall reagieren zu können.
Bislang starben drei Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff. Neben der deutschen Person noch zwei Niederländer. Die WHO vermutet einen Ausbruch des Hantavirus auf dem Schiff. Die „Hondius“ nimmt derzeit Kurs auf die Kanarischen Inseln. Spanien hat dem Schiff erlaubt, dort anzulegen. Doch es regt sich Widerstand. Fernando Clavijo, der Präsident der Kanarischen Inseln, will nicht, dass das Schiff bei ihm anlegt. Er fordert ein Gespräch mit Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.
Drei Tote auf Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Hondius“: Eigentlich wird das Hantavirus durch Nagetiere übertragen. Nach dem Ausbruch geht die WHO inzwischen allerdings davon aus, dass es zu Ansteckungen zwischen Menschen gekommen sein könnte. Der erste bekannte Patient, ein niederländischer Mann, habe sich vermutlich außerhalb des Schiffs infiziert und das Virus an enge Kontaktpersonen weitergegeben – darunter seine Frau, die ebenfalls starb.