Am Samstag kam der Auftrag rein. Die Besatzung machte umgehend auf dem alten Kraftprotz (erbaut 1971, 900 PS) klar Schiff. Kurz darauf stach der in Stralsund liegende Schlepper in See. Am Sonntagvormittag traf die „Robin Hood“ in Wismar ein, legte im Alten Holzhafen an.Kapitän Martin Bocklage (42) bestätigte BILD, dass der Auftrag lautet, den Wal abzuschleppen: „Ich freue mich auf diese neue Herausforderung und warte, dass es endlich losgeht.“
Der 26,50 Meter lange und 7,5 Meter breite Schlepper steht damit nicht zum ersten Mal in der Öffentlichkeit. Im Januar 2025 schleppte „Robin Hood“ die „Annika“ ab. Der Tanker mit diesem Namen war am 11. Oktober 2024 vor Kühlungsborn in Brand geraten, hatte danach vorübergehend im Hafen von Rostock gelegen. Am 20. Januar begann die Überführung zur Werft „Strela Shiprepair“ in Stralsund. „Die Robin Hood“ zog den havarierten Tanker an der Spitze des Schleppverbandes.
Die kaputte „Annika“ erreichte sicher ihr Ziel. Der Tanker wurde kernsaniert, ist seit diesem Jahr wieder im Dienst und schwimmt auf seinen alten Routen durchs Meer. Hoffentlich gelingt das Timmy nach seiner Rettung auch.So soll das Abschleppen ablaufen: Der Einsatzplan der Rettungsteams vor Poel sieht vor, Timmy mithilfe von Luftkissen auf ein Netz zu heben. Dieses soll an einem zuvor um den gestrandeten Wal gebauten Ponton-Rechteck befestigt werden.
Ist dies geschehen, wird die „Robin Hood“ die Liegestelle des Wals ansteuern und die Konstruktion ins Schlepptau nehmen. Im Anschluss soll es Hunderte Kilometer weit von der Ostsee bis in die Nordsee oder gar den Atlantik gehen. Die genaue Route wird aus Sicherheitsgründen noch geheim gehalten.Es wird eine gemächliche Fahrt. Mit Fracht am Haken macht die „Robin Hood“ im Schnitt sechs bis acht Knoten. Das sind ungefähr elf bis 15 km/h. Für Timmy wird Kapitän Bocklage noch gemächlicher schippern. Nach BILD-Informationen soll der Wal mit einer Geschwindigkeit von zwei bis vier km/h reisen.