Blankenburg (Sachsen-Anhalt) –Über dem Kennzeichen seines VW-Caddy pappt das Logo eines bekannten Waffenherstellers, daneben ein Harz-Aufkleber mit fliegender Hexe. Die Polizei dürfte also keine Probleme haben, den Mann zu fassen. Der Gesuchte hatte einen Feuerwehrmann (33) im Einsatz frontal angefahren, schwer verletzt und war im Anschluss abgehauen.Frosteinsatz im eiskalten Blankenburg (Sachsen-Anhalt). Die Menschen in der Kleinstadt (knapp 19.000 Einwohner) kennen sich, passen aufeinander auf. Zum Glück. An der Michaelsteiner-Straße war Anwohnern aufgefallen, dass ein Nachbar hilflos in seiner Wohnung lag. Sie schlugen Alarm.
Feuerwehrund Rettungsdienst rückten an, stoppten auf der schneebedeckten Straße, eilten zu dem Haus. Einsatzleiter Alex Beck (39) zu BILD: „Wir hatten dem Notarzt die Tür öffnen müssen. Ich betrat gerade die Wohnung, als es passierte.“Unfallfahrer beleidigt VerletztenEinem wegen der Rettungswagen wartenden VW-Caddy-Fahrer (ca. 60) riss offenbar der Geduldsfaden. Beck: „Er fuhr am Feuerwehrfahrzeug über den Gehweg vorbei.“ Dort erfasste der Caddy frontal einen freiwilligen Feuerwehrmann. Der Mann, der hauptberuflich für den Rettungsdienst arbeitet, stürzte über die Motorhaube und erlitt eine Knieverletzung. Die kommenden Tage kann er nicht arbeiten.
Der VW-Fahrer flüchtete nach dem Crash. Zuvor beleidigte er den Verletzten und schrie, warum er und die anderen „Idioten“ die Straße sperren. Die Kameraden machten Fotos vom Fluchtwagen und übergaben sie der Polizei. Die ermittelt nun wegen Körperverletzung und wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort.Feuerwehr zeigt alle Straftaten an„Leider sind solche Übergriffe und Beleidigungen gegen unsere Kameraden mittlerweile an der Tagesordnung. Wir tolerieren keinerlei Gewalt gegen unsere Einsatzkräfte und bringen jeden Sachverhalt zur Anzeige“, so Wehrleiter Beck abschließend zu BILD.Wie es dem Mieter geht, wegen dem der Einsatz stattgefunden hatte, teilten die Rettungskräfte nicht mit.